Dividendenwachstum messen: was sagt der Dividenden-CAGR aus?
Der Dividenden-CAGR ist die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Dividende je Aktie über einen Zeitraum; eine Aktie, deren Dividende in fünf Jahren von 1,00 € auf 1,61 € je Aktie gestiegen ist, hat einen 5-Jahres-Dividenden-CAGR von rund 10 %, berechnet als (1,61 ÷ 1,00)^(1/5) − 1 — ein Wert, der im Gegensatz zur aktuellen Dividendenrendite den Trend statt einer Momentaufnahme zeigt.
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Warum eine hohe Dividendenrendite nicht genug aussagt
Eine Aktie mit 6 % Dividendenrendite wirkt attraktiver als eine mit 2 %. Aber dieser Prozentsatz ist eine Momentaufnahme: Er sagt nichts darüber aus, ob die Ausschüttung im letzten Jahr höher oder niedriger war, ob sie dieses Jahr voraussichtlich steigt, gleich bleibt oder gekürzt wird. Für alle, die Dividenden als langfristiges Einkommen betrachten, ist diese Richtung mindestens genauso wichtig wie das aktuelle Niveau. Eine Dividendenrendite von 6 % ohne begleitende Wachstumszahl ist für uns ein Warnsignal, kein Kaufargument — und das gilt genauso für das Netto-Dividendeneinkommen, das nach Quellensteuer übrig bleibt.
Was genau ist der Dividenden-CAGR?
Der Dividenden-CAGR (Compound Annual Growth Rate) ist die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Dividende je Aktie über einen bestimmten Zeitraum — dieselbe Rechenmethode wie beim CAGR auf Ihren Portfoliowert, nur angewendet auf die Dividende statt auf den Kurs:
Dividenden-CAGR = (Dividende heute ÷ Dividende vor N Jahren)^(1 ÷ N) − 1
Rechenbeispiel: von 1,00 € auf 1,61 € je Aktie
Vor fünf Jahren zahlte eine Aktie 1,00 € Dividende je Aktie pro Jahr. Heute sind es 1,61 €.
(1,61 ÷ 1,00)^(1/5) − 1 ≈ 10 %
Diese Aktie ließ ihre Dividende also im Schnitt um rund 10 % pro Jahr wachsen — auch wenn dieses Rechenbeispiel nichts darüber aussagt, ob dieses Wachstum gleichmäßig verlief oder in Schüben (zum Beispiel drei stagnierende Jahre, gefolgt von einer großen Erhöhung).
Wovor der Dividenden-CAGR Sie warnt
Wann sollten Sie also vorsichtig werden? Ein hoher oder stabiler Dividenden-CAGR ist keine Garantie, aber ein nützliches Signal — und sein Fehlen genauso aussagekräftig:
- Ein flacher oder sinkender CAGR kann auf ein Unternehmen hindeuten, das seine Dividende nicht mehr mit dem Gewinn mitwachsen lassen kann, oder sogar eine Kürzung vorwegnimmt.
- Einmalige Ausreißer (eine Sonder- oder Extradividende in einem einzelnen Jahr) verzerren einen kurzen Messzeitraum; ein 1-Jahres-CAGR kann dadurch ein ganz anderes Bild ergeben als der 5-Jahres-CAGR derselben Aktie. Wir haben Positionen gesehen, deren 1-Jahres-Dividenden-CAGR dank einer solchen einmaligen Sonderdividende spektakulär aussah — über 40 % — während das zugrunde liegende Wachstum in Wirklichkeit flach war. Ohne den 5-Jahres-CAGR daneben zu legen, tappen Sie leicht in diese Falle.
- Eine Dividendenkürzung setzt den Zähler zurück: Ein einziges Jahr mit gekürzter Ausschüttung kann Jahre an angesammeltem Wachstum in der Berechnung zunichtemachen. Das tut weh — auch in den Zahlen.
- Ein Aktiensplit oder ein Spin-off kann den Dividende-je-Aktie-CAGR schwanken lassen, ohne dass das Unternehmen selbst mehr oder weniger ausschüttet — prüfen Sie bei einem auffälligen Ausreißer immer, ob eine Corporate Action stattgefunden hat.
Aus diesem Grund sind der 1-, 3- und 5-Jahres-Dividenden-CAGR zusammen aussagekräftiger als eine einzelne Zahl: Unterschiede zwischen den Zeiträumen zeigen, ob das Wachstum sich beschleunigt, verlangsamt oder einmalig war.
Wie ClearAnalyser das für Sie berechnet
ClearAnalyser berechnet den 1-, 3- und 5-Jahres-Dividenden-CAGR automatisch je Position, neben Yield on Cost und Current Yield — sodass Sie auf einen Blick sehen, ob eine Dividende strukturell wächst, stagniert oder sich gegenläufig entwickelt. Was Yield on Cost und Ihre Dividendenprognose (PADI) bedeuten, lesen Sie in DEGIRO-Dividendenübersicht; welcher Tracker sonst Dividendenkennzahlen zeigt, in unserem Vergleich der DEGIRO-Portfolio-Tracker.
Quelle: S&P Dow Jones Indices — S&P Dividend Aristocrats-Methodik