Niederländische Box-3-Steuer und Investieren: was das für Ihre Rendite 2026 bedeutet
Für 2026 beträgt die Box-3-Steuer 36 % auf eine fiktive (angenommene) Rendite von 6,00 % auf Investitionen oberhalb des Freibetrags von 59.357 € pro Person; bei einem Portfolio von 150.000 € ergibt das rund 1.958 € Steuer — unabhängig von der tatsächlichen Rendite, die Sie in diesem Jahr erzielt haben.
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Dieser Artikel erklärt rechnerisch, wie das niederländische Box-3-Steuersystem für 2026 funktioniert. Es handelt sich nicht um eine Steuerberatung — prüfen Sie die aktuellen Zahlen und Ihre persönliche Situation immer beim Belastingdienst (der niederländischen Steuerbehörde) oder bei einem Steuerberater, bevor Sie darauf basierende Entscheidungen treffen.
Das System 2026 im Überblick
Solange das „Wet werkelijk rendement box 3” (Gesetz über die tatsächliche Rendite in Box 3) noch nicht in Kraft getreten ist, zahlen Sie Steuern auf ein fiktives (angenommenes) Rendite — nicht auf das, was Sie tatsächlich verdient haben. Für 2026 gelten folgende Zahlen:
- Freibetrag: 59.357 € pro Person (118.714 € für steuerliche Partner zusammen). Auf diesen Betrag ist keine Box-3-Steuer fällig.
- Fiktive Rendite auf „übrige Vermögenswerte” (einschließlich Aktien, ETFs und Anleihen): 6,00 % — dieser Prozentsatz ist für 2026 festgelegt.
- Fiktive Rendite auf Bankguthaben: vorläufig 1,44 % (wird erst Anfang 2027 endgültig festgelegt).
- Fiktive Rendite auf Schulden: vorläufig 2,62 % (ebenfalls erst Anfang 2027 endgültig festgelegt).
- Steuersatz: 36 % auf die fiktive Rendite.
Diese Zahlen ändern sich jährlich — verwenden Sie sie nur als Anhaltspunkt für 2026, nicht für andere Jahre.
Rechenbeispiel: ein Investmentportfolio von 150.000 €
Angenommen, Sie halten zusätzlich zu Ihrem Freibetrag 150.000 € in Aktien und ETFs, keine Ersparnisse und keine Schulden.
Grundlage für Ersparnisse und Investitionen:
150.000 € − 59.357 € (Freibetrag) = 90.643 €
Fiktive Rendite (6,00 % auf übrige Vermögenswerte):
90.643 € × 6,00 % = 5.438,58 €
Fällige Box-3-Steuer (36 %):
5.438,58 € × 36 % = 1.957,89 € ≈ 1.958 €
Diesen Betrag schulden Sie unabhängig davon, ob Ihr Portfolio in diesem Jahr tatsächlich 6 % Rendite erzielte, mehr, weniger oder sogar einen Verlust erlitt. Unabhängig von Ihrem tatsächlichen Ergebnis. Punkt. Daher wird dieses System „fiktiv” genannt, und daher auch die anhaltende Debatte darüber. Unserer Meinung nach ist das der unfairste Teil von Box 3: In einem Verlustjahr zahlen Sie genauso viel Steuer wie in einem Jahr mit 6 % Gewinn.
Bei ClearAnalyser bekommen wir oft die Frage, wie hoch die Bruttorendite in einem schlechten Börsenjahr ausfallen muss, um nach Box-3-Steuer noch auf null zu landen — in diesem Beispiel sind das eben trotzdem 1.958 €, auch bei einem Verlust.
Warum das für Ihre tatsächliche Rendite wichtig ist
Das fiktive System bedeutet, dass Ihre tatsächliche Nettorendite (nach Steuern) von dem abweichen kann, was die reine Kursentwicklung Ihres Portfolios vermuten lässt. Ein Jahr mit einer tatsächlichen Rendite von 3 % und ein Jahr mit einer tatsächlichen Rendite von 6 % erhalten in diesem Beispiel exakt dieselbe Steuerrechnung von 1.958 € — im ersten Fall ein deutlich größerer Anteil Ihres tatsächlichen Gewinns. Wie Sie diese tatsächliche Rendite bei zwischenzeitlichen Einzahlungen korrekt ermitteln, lesen Sie in DEGIRO-Rendite berechnen. Auf Dividenden kommt zudem die bereits einbehaltene Quellensteuer bei DEGIRO hinzu, die Sie mit Ihrer Box-3-Steuer verrechnen können.
Der Stichtag 1. Januar: das am meisten unterschätzte Detail
Nur Ihr Vermögen am 1. Januar zählt für Box 3 — nicht Ihr Durchschnittsvermögen über das Jahr, und nicht Ihr Vermögen am 31. Dezember. Wo Sie diesen Wert finden, lesen Sie in DEGIRO-Jahresübersicht für die Steuererklärung. Faustregel: Verkaufen Sie Ende Dezember Wertpapiere und parken den Betrag vorübergehend auf einem Zahlungskonto, kann das Ihre Box-3-Last senken, weil Bankguthaben eine niedrigere fiktive Rendite haben als Investitionen. Der Gesetzgeber versucht diese sogenannte „Stichtagsarbitrage” inzwischen zu erschweren, verlassen Sie sich also nicht blind auf diesen Trick. Noch ein häufiges Missverständnis: Wie Sie Ihr Vermögen zwischen steuerlichen Partnern aufteilen, macht für die insgesamt geschuldete Steuer keinen Unterschied — nur die Summe des gemeinsamen Vermögens zählt.
Was sich ändert (und wann)
Am 12. Februar 2026 verabschiedete die niederländische Zweite Kammer (Tweede Kamer) den Gesetzentwurf „Wet werkelijk rendement box 3”. Nach diesem Vorschlag wird ab dem 1. Januar 2028 nicht mehr ein fiktiver Prozentsatz besteuert, sondern die tatsächlich erzielte Rendite — einschließlich nicht realisierter Wertsteigerungen bei den meisten Anlagen. Fairer? Auf dem Papier schon — aber erst ab 2028, rechnen Sie also die nächsten zwei Jahre noch nicht damit. Der Gesetzentwurf liegt derzeit der Ersten Kammer (Eerste Kamer) vor, die vor einer endgültigen Entscheidung noch Änderungsvorschläge des Kabinetts abwartet. Sowohl für 2026 als auch für 2027 bleibt daher das oben beschriebene fiktive System einfach in Kraft.
Welche Portfolio-Tracker Steuern berücksichtigen, lesen Sie im Vergleich der DEGIRO-Portfolio-Tracker.
Wie ClearAnalyser dabei hilft
Der Zinseszins-Simulator in ClearAnalyser berücksichtigt die niederländische Box-3-Steuerlast bei der Prognose Ihres künftigen Vermögenswachstums und liefert Ihnen so ein realistischeres Bild als eine Simulation, die nur auf der Bruttorendite basiert.
Quellen: Box 3 percentages, exemptions and amounts in 2026 — Stolwijk Kennisnetwerk (Niederländisch) · Wetsvoorstel Wet werkelijk rendement box 3 aangenomen door Tweede Kamer — Deloitte (Niederländisch) · Belastingdienst — box 3 (Niederländisch)